BILD | 02-2017

Macht mich ein "Balance Board" zum besseren Sportler?

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Macht mich ein "Balance Board" zum besseren Sportler?

Die "Challenge Disc" im vierwöchigen BILD-Test

Mit diesem Wackel-Brett trainiert sogar Östereichs Ski-Doppel-Weltmeister Marcel Hirscher (27). Die "Challenge Disc 2.0" der Marke MFT verspricht in Verbindung mit einer App "intelligentes Koordinations-Training".

Was kann so ein Wackel-Brett?

So genannten "Balance Boards" sind seit Längerem ein Fitness-Trend. Man stellt sich drauf und balanciert ähnlich einer Wippe. Das trainiert die Tiefen-Muskulatur. Sportler schützen sich so vor Verletzungen und verbessern die Koordination. Das hilft nicht nur Profis, sondern wird auch in vielen Physiotherapie-Praxen eingesetzt.

Aber bringt es auch was für Hobby-Sportler?

Was kann die "Challenge Disc"?

Äußerlich ist sie zunächst ein normales "Balance Board". Eine sehr stabile Holz-Konstruktion, 44 Zentimeter breit. Erstmals sind aber Sensoren eingebaut, die Bewegungsdaten per Bluetooth an Smartphone, Tablet oder Computer senden. Mit einer App können so Übungen oder Spiele absolviert werden. Laut Hersteller reichen täglich zwischen 10 und 30 Minuten Training. Dann komme es laut Studien zu mehr Bewegungssicherheit und muskulärer Unterstützung von Rücken und Gelenken.

Ich (43 Jahre alt, 1,91 Meter, 82 Kilo) habe jeweils morgens und abends vier Wochen lang rund 10 Minuten absolivert - zur Vorbereitung auf den Ski-Urlaub und als Ersatz für eine Skigymnastik.

So funktioniert's

Die App starten und ihr iOs-, Andoird oder Windows-Gerät auf Blickhöhe z.B. auf einer Kommode platzieren - das ist einfacher als es in der Hand zu halten. Barfuß, in Strümpfen oder Turnschuhen auf die Scheibe stellen (sie hält bis zu 120 Kilo).

Abhängig vom Trainingsprogramm wird ein farbiger Punkt angezeigt, den man mit Bewegungen steuern muss: Vor, zurück, links, rechts, kreisen - aber auch immer wieder in der Mitte halten. In jeder der fünf Schwierigkeitsstufen wird der Zielbereich kleiner und das Training länger. Je genauer man im Zielbereich ist, desto mehr Punkte gibt es.

Und diese spielerische Motivationshilfe funktioniert wirklich gut. Wie bei Handyspielen will man immer besser werden. Auch die elfjährige Tochter stellte sich immer wieder auf die Scheibe und versuchte, den Highscore zu knacken.

Bringt es was?

Nach ein paar Minuten geht das Wippen ganz schön in die Beine. Und tatsächlich verbessert sich das Feingefühl und die Ausdauer auf der Disc schon nach einigen Tagen. Wie bei allen KRäftigungsübungen muss man aber dran bleiben, denn nach einer Phase ohne Training gehen die Vorteile wieder verloren. Die Software könnte allerdings verbessert werden: die Grafik der Spiele ist auf simpelstem Niveau und trotz Bluetooth 4.0 war die Knopfbatterie erstaunlich schnell leer.

Toll wäre auch ein Speichern und Einordnen der geleisteten Trainingszeit. Die größte Hürde wird für viele jedoch der Preis von 279 Euro sein! Denn herkölliche Balance Boards ohne Sensoren gibt es schon für 30 bis 80 Euro. Dafür ist dann aber auch mehr Eigen-Disziplin und ein wenig Erfahrung mit den Übungen nötig.

Fazit: Mich hat die "Challenge Disc" bei einem verletzungsfreien Skiurlaub unterstützt. Das Training brachte durch die Spiele mehr Spaß als Anstrengung. Wer also das Geld ausgeben möchte und auf Körper-Stabilisierung wert legt, bekommt ein sehr gutes Trainingsgerät, das Profi-Sportlern und Laien etwas bringt.